SkF Bad Soden-Salmünster
Sozialdienst katholischer Frauen
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Trauer um Kinder
Im Wortlaut....von Werner Gutheil
Die Trauer um ein Kind wiegt schwer
Rein theoretisch - statistisch - erlebt es jede zweite schwangere Frau - den Verlust ihres Kindes während der Schwangerschaft. Gerade bei jungen Menschen wird schnell nach Trost gesucht: "Ihr seit doch noch Jung und könnt doch noch Kinder bekommen!" Dieser und ähnliche Sätze trösten nicht, sondern sie verletzen.
Eltern, die ein Kind verlieren, brauchen hier sehr viel Verständnis, wenn Neid auf Eltern mit einem Kinderwagen aufkommt oder wenn die Wut über die Ungerechtigkeit des Schicksals es verhindert, dass sie miteinander ins Gespräch kommen, denn schnell ist die Frage nach "Schuld" gestellt. Da geraten plötzlich Ehepartner gegenseitig unter Beschuss. Oder: Ärzten und Pflegekräften wird eine Verantwortung zugeschoben, die de facto nicht besteht. Ohnehin ist die Ursache von Fehl- und Totgeburten nur selten zu ermitteln, und ohnehin muss diese Ursachen-Suche nicht unbedingt etwas zur Bewältigung der Situation beitragen, auch nicht die so beliebte Suche nach "genetischen" Hintergründen.
Frauen trauern anders als Männer. Gerade hier ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern Fakt, nicht Klischee. Häufig zu beobachten ist: Frauen haben ein starkes Redebedürfnis über das Erlebte, Männer versuchen die Bewältigung durch Schweigen oder Wenig-Reden. Dies kann zu einer Schere in der Partnerschaft führen, die sich nach und nach immer weiter öffnet. Ein Ausweg sind Paartherapien, so die Betroffenen sie überhaupt suchen. Ein weiterer Ausweg sind Selbsthilfegruppen, vor allem wegen der Gespräche von Menschen vor ähnlichem Schicksal. Diese Gruppen aber sollten unbedingt durch eine fachlich ausgewiesen qualifizierte Kraft geleitet werden.



